Mitteilung des 1. Mai-Komitees – Aus aktuellem Anlass – Weshalb wir uns am 1. Mai 2020 nicht versammeln

Wir alle machen gerade schwierige Zeiten durch. Das Corona-Virus hat das öffentliche und politische Leben fest im Griff. Schweren Herzens hat das 1. Mai-Komitee darum, in Rücksprache mit dem Gewerkschaftsbund, entschieden, sowohl die diesjährige 1. Mai-Demonstration als auch das 1. Mai-Fest sowie sämtliche politischen Saalveranstaltungen abzusagen.

In diesen Wochen bedeutet Solidarität eben genau, dass man sich nicht versammelt. Diese Solidarität mit älteren und gefährdeten Personen, dem medizinischen Personal, den Menschen, welche die Lebensmittel­versorgung und ein minimales öffentliches Leben aufrechterhalten, gilt es am 1. Mai 2020 ins Zentrum zu stellen. Hier, aber auch überall sonst auf dieser Welt.

Gleichzeitig ist uns bewusst, dass mit dem Kampf gegen das Corona-Virus nicht sämtliche anderen gesellschaftlichen und sozialen Kämpfe verschwunden sind. Weiterhin werden Genoss*innen auf dieser Welt für ihren Einsatz für Demokratie, Mitbestimmung, Menschenrechte, Gleich­berechtigung und Umweltschutz, unterdrückt, eingesperrt oder mundtot gemacht. Die Situation an den europäischen Aussengrenzen bleiben prekär. Die Ausbeutung von Mensch und Natur wird auch durch diese Krise nicht einfach gestoppt.

Wir haben es immer als unsere Aufgabe gesehen, den Blick über den lokalen und eigenen Tellerrand hinaus zu richten. Für das 1. Mai-Komitee ist deshalb klar – der 1. Mai 2020 findet statt, einfach in einem anderen Rahmen und ohne, dass wir uns alle treffen werden. Wir werden deshalb prüfen, wie wir die politischen Inhalte, Diskussionen und Informationen über unsere Kanäle verbreiten können. Wir arbeiten an Radiosendungen mit Radio Lora, wir werden die 1. Mai-Zeitung produzieren. Und, wir rufen euch auf, das ebenfalls zu tun. Organisiert euch, publiziert Inhalte und tragt eure Botschaften und Kämpfe an die Öffentlichkeit.

Klar ist auch, dass es uns nach dieser Pandemie erst recht braucht. Dann werden die Verteilkämpfe wieder losgehen. Dann gilt es zu zeigen, dass eine Mehrheit aus der Krise gelernt hat und die ganzen Aufrufe zu Solidarität, Zusammenhalt und Gemeinwohl nachhaltig wirken.
Wir danken euch, dass ihr uns in diesem Entscheid unterstützt.

Solidarisch
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