Zürich will altersfreundlich werden

Die Auftaktkonferenz zur neuen städtischen Altersstrategie.

 Wie Stadtrat Andreas Hauri die neue Altersstrategie anpackt, ist vielversprechend. Er zieht uns, die Stadtbevölkerung, in das Evaluationsverfahren mit ein. Ende Mai versammelten sich dafür 200 ausgewählte Personen von Zürich und Vertretende aus Ämtern, Gremien, Parteien und Organisationen in Altstetten. Sie sollen mitmachen bei der Erarbeitung der Strategie-Ziele. 200 Personen, die mitreden. Wie soll das gehen?

Doch die  sogenannte Auftaktkonferenz ist perfekt organisiert. Wir beantworten Fragen zu allen möglichen, das Alter betreffende Themen und erhalten die Auswertung umgehend per mit uns vernetzte Computer. Zum Beispiel:

Das Bild von uns Alten

Positiv besetzt ist das Image «alt» nicht. Das muss geändert werden, sind sich viele hier im Saal einig. Alt sein bedeutet in den Köpfen vieler, tattrig und pflegebedürftig zu sein – oder umgekehrt, das Leben bis dahin lustig auf Reisen zu geniessen. Es gibt keine aussagekräftige Forschung und Zahlen zu uns Alten. Niemand weiss genau, wie wir ticken und was unsere Bedürfnisse sind. Das Alter ist heterogen, heissts dann lapidar. Was wir jedoch kosten, meint man aufs Komma genau zu wissen und rechnet es uns immer wieder vor. Zurück im Saal: Hier dürfen wir eintippen, ab wann wir uns selber als Alte sehen. Das Resultat: Die Jüngeren unter uns meinen, das Altsein beginne mit 60, bei den Älteren beginnt es ab 80. Anmerkung: Bei den Unternehmen gelten bereits ab 50-Jährige als alt. Die Spannweite in der Wahrnehmung beträgt also ganze 30 Jahre!

Der fehlende bezahlbare und bedürfnisgerechte Wohnraum

An der Lösung dieses Problems wird sich die neue Altersstrategie messen lassen müssen. Das Thema Wohnen im Alter mit all seinen Facetten – der Mangel an Wohnungsangeboten, die Mietkosten, das wie-, wo- und mit wem-Wohnen-können – brennt spürbar unter den Nägeln der Anwesenden und führt klar die Prioritätenliste der genannten Themen an, die uns Ältere umtreiben.

Erstaunlich. Steht doch seit 2011 in der Gemeindeordnung unter Artikel 2quater detailliert in fünf Absätzen, dass die Stadt dafür sorgen muss, dass genau diese Themen, die uns im Evaluationsverfahren hauptsächlich umgetrieben haben, heute keine mehr sein dürften.

Christa Löpfe

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